Frag fünf Agenturen nach einem Website-Angebot, und du erhältst fünf verschiedene Zahlen — oft für scheinbar dasselbe Projekt. Das liegt nicht daran, dass die Branche ausweichend ist, sondern daran, dass dasselbe Briefing sehr unterschiedliche Mengen an tatsächlicher Arbeit verbergen kann, abhängig von ein paar konkreten Faktoren.
— Preis-Guide
Was kostet eine individuelle Website wirklich?
„Kommt darauf an“ stimmt, hilft aber nicht weiter. Hier ist, was ein Website-Angebot tatsächlich nach oben oder unten treibt.
Was die Kosten wirklich treibt
Der größte Hebel ist die Anzahl der wirklich einzigartigen Templates, die eine Website braucht — eine Startseite, eine Produktseite und ein Kontaktformular sind günstig; ein Dutzend unterschiedlicher Layouts nicht. Danach: individuelle Funktionalität (Suche, Filter, Dashboards, Buchungssysteme), Drittanbieter-Integrationen und wie viel Content-Migration oder -Erstellung nötig ist.
Design-Komplexität und die Anzahl der Überarbeitungsrunden zählen mehr, als man denkt. Ein eng umrissenes Briefing mit Referenzseiten, die dir gefallen, kommt schneller — und günstiger — voran als ein offenes „überrasch uns“.
Typische Preisspannen nach Projektart
Eine fokussierte Marketing-Website mit einer Handvoll Seiten liegt am unteren Ende der Spanne. Eine Unternehmenswebsite mit CMS, Blog und Lead-Generierungsformularen kostet mehr, hauptsächlich wegen der Verwaltungs-/Redaktionswerkzeuge. E-Commerce fügt Kosten für Katalog, Checkout und Zahlungsintegration hinzu. Komplexe Plattformen, Portale oder Dashboards mit mehreren Rollen sind eine eigene Kategorie, die nach Umfang statt nach Seitenzahl bepreist wird.
Die tatsächlichen Zahlen aus dem deutschen Markt hinter diesen Bändern: Veröffentlichte Agenturguides nennen 1.500–7.000 € für Landing Pages, 3.500–12.000 € für kleine Unternehmenswebsites und 12.000–35.000 € für Corporate Websites, bei durchschnittlichen Agentursätzen um 120 € die Stunde. Kleine WooCommerce-Shops starten bei rund 3.000 €, mittelgroße liegen bei 15.000–30.000 €. Unsere Business-Website liegt bewusst deutlich unter diesem Band — der Preisguide stellt beides Paket für Paket nebeneinander.
Jede Agentur, die es wert ist, beauftragt zu werden, sollte dir nach einem kurzen Discovery-Gespräch eine realistische Spanne innerhalb dieser Bänder nennen können, bevor sie sich auf eine genaue Zahl festlegt.
Was ein Angebot im Nachhinein aufbläht
Die häufigste Budgetüberschreitung ist keine schlechte Schätzung — es ist Scope Creep: neue Seiten, neue Funktionen oder ein Redesign mitten im Bau, die nie im ursprünglichen Briefing standen. Content, der nicht bereit ist, wenn die Entwicklung ihn braucht, späte Designänderungen nach der Freigabe und langsame Einrichtung von Drittanbieter-Konten (Zahlungsanbieter, Domain-Zugang) treiben still und leise ebenfalls Zeit und Kosten in die Höhe.
Wie du schnell ein genaues Angebot erhältst
Komm zum ersten Gespräch mit einer groben Sitemap, zwei oder drei Referenzseiten, die dir gefallen (und warum), und einer Liste unverzichtbarer Integrationen. Allein das nimmt einer Agentur den größten Teil des Rätselratens bei der Kalkulation ab und gibt dir eine Zahl, der du wirklich vertrauen kannst.
Barrierefreiheit gehört jetzt ins Angebot
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Europäische Barrierefreiheitsgesetz für verbrauchernahe digitale Dienste, die in der EU verkauft werden — E-Commerce eingeschlossen. Wenn deine Kundinnen und Kunden europäische Verbraucher sind, ist ein barrierefreies Grundniveau kein geschmackvolles Extra, das als Erstes gestrichen wird, sobald das Budget eng wird. Es gehört zu dem, was die Website leisten muss, und damit ins Angebot — nicht in eine Panik achtzehn Monate später.
Wie stark es auf der Rechnung zu Buche schlägt, hängt fast nur davon ab, wann du danach fragst. Die Empfehlung des W3C lautet, dass in den normalen Design- und Entwicklungszyklus integrierte Barrierefreiheit zu Kosteneinsparungen beiträgt und Relaunches, die sie einschließen, danach geringere Wartungskosten melden. Von Anfang an verlangt, ist sie vor allem Disziplin: semantisches Markup, echter Kontrast, eine sinnvolle Fokusreihenfolge, beschriftete Formularfelder. Nach dem Launch verlangt, heißt sie, bereits abgenommene Templates noch einmal zu öffnen — die teuerste Art, irgendetwas zu kaufen.
Quellen
Die oben genannten Agenturpreise stammen aus diesen unabhängig veröffentlichten deutschen Marktübersichten. Die Regeln zur Barrierefreiheit und die Kostenhinweise dazu stammen aus dem Text der Richtlinie selbst und vom W3C. Geprüft im August 2026.
- tricks GmbH — Was kostet eine Website von der Agentur? ↗
Landing Pages 1.500–7.000 €; kleine Unternehmenswebsites 3.500–12.000 €; durchschnittlicher Agentursatz 120 €/h; Entwickler 110–150 €/h im DACH-Raum.
- ExpertLocal — Was kostet eine Digital-Agentur 2026? ↗
Corporate Websites 12.000–35.000 €; Senior-Consultants 150–220 €/h; einfache SEO-Retainer 800–1.800 €/Monat.
- Kreativschock — Onlineshop erstellen lassen ↗
Kleine WooCommerce-Shops ab rund 3.000 €; mittelgroße Shops 15.000–30.000 €.
- Directive (EU) 2019/882 — European Accessibility Act ↗
Gilt für Verbraucherprodukte und -dienstleistungen, die ab dem 28. Juni 2025 auf dem EU-Markt bereitgestellt werden.
- W3C WAI — The Business Case for Digital Accessibility ↗
In bestehende Entwicklungszyklen integrierte Barrierefreiheit senkt die Kosten; Relaunches, die sie einschließen, zeigen geringere Wartungs- und Servicekosten.
— FAQ
Häufig gestellte Fragen
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