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WCAG 2.2 und der European Accessibility Act: was Unternehmen tatsächlich wissen müssen.

Der European Accessibility Act ist keine zukünftige Frist mehr — er ist seit Juni 2025 in Kraft. Hier ist, für wen er gilt und was Compliance tatsächlich bedeutet.

Von Level UI

Der European Accessibility Act (EAA) ist jetzt in Kraft, was bedeutet, dass sich die Frage für die meisten Unternehmen mit EU-Kunden still verschoben hat — von "sollten wir das einplanen" zu "sind wir gerade tatsächlich exponiert". Hier ist, was er abdeckt und was es braucht, um wirklich konform zu sein — nicht nur um die Anforderung zu kennen.

Was der EAA tatsächlich abdeckt

Der EAA gilt für Unternehmen, die bestimmte Produkte und Dienstleistungen in der EU anbieten — darunter E-Commerce, Banking, E-Books, Fahrscheine im Personenverkehr und Telekommunikation — oberhalb bestimmter Größenschwellen. Viele Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen ausgenommen, doch die Ausnahmen sind bei Produkten enger gefasst, und jedes Unternehmen sollte seine konkrete Situation prüfen, statt anzunehmen, von der Ausnahme erfasst zu sein.

Was WCAG 2.2 AA in der Praxis verlangt

WCAG gliedert die Anforderungen in vier Prinzipien: Inhalte müssen wahrnehmbar sein (Textalternativen, ausreichender Kontrast), bedienbar (vollständige Tastaturzugänglichkeit, keine Fallen), verständlich (vorhersehbare Navigation, klare Fehlermeldungen) und robust (funktioniert korrekt mit assistiven Technologien). WCAG 2.2 fügt gegenüber 2.1 einige neue Kriterien hinzu, darunter dass Fokusindikatoren niemals verdeckt werden und interaktive Ziele groß genug sind, um zuverlässig getroffen zu werden.

Was passiert, wenn Sie nicht konform sind

Die Durchsetzungsmechanismen variieren je nach EU-Mitgliedstaat, umfassen aber im Allgemeinen die Möglichkeit für Behörden, Beschwerden zu untersuchen und Nachbesserung zu verlangen, mit Sanktionen in einigen Rechtsordnungen. Über das rechtliche Risiko hinaus gibt es direkte kommerzielle Kosten: Kunden, die auf assistive Technologien angewiesen sind, können eine Website, die grundlegende Barrierefreiheit nicht erfüllt, schlicht nicht nutzen — oder bei ihr kaufen.

Wie Sie Ihre Exposition einschätzen und starten

Ein schneller Selbsttest — versuchen Sie, Ihre Website nur mit der Tastatur zu bedienen, führen Sie einen automatisierten Scan durch, prüfen Sie den Farbkontrast auf Ihren wichtigsten Seiten — deckt die offensichtlichsten Lücken sofort auf. Für eine echte Konformitätsaussage, oder wenn der Schnelltest Probleme zeigt, ist ein vollständiges WCAG-Audit mit manuellem Screenreader-Test der einzige Weg, Ihre tatsächliche Position zu kennen und einen priorisierten Maßnahmenplan zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Nicht sicher, wo Ihre Website in Sachen Barrierefreiheit steht?

Wir führen WCAG-2.2-Audits mit einer priorisierten Maßnahmenliste durch — damit Sie Ihre tatsächliche rechtliche Exposition kennen, keine Vermutung.