Die meisten Auswahlprozesse für Agenturen optimieren auf die falschen Beweise — ein glänzendes Portfolio und ein selbstbewusster Pitch. Was tatsächlich vorhersagt, ob ein Projekt gut läuft, sind Prozess, Eigentum und Preisstruktur — und die tauchen selten in einer Case Study auf.
— Leitfaden
Wie du eine Webdesign-Agentur auswählst (ohne es im dritten Monat zu bereuen).
Ein Portfolio und ein guter Pitch verraten dir sehr wenig. Das sind die Fragen, die tatsächlich vorhersagen, wie das Projekt verlaufen wird.
Frag nach dem Prozess, nicht nur nach dem Ergebnis
Wie wird ein Projekt umrissen, bevor ein Angebot erstellt wird? Wie viele Überarbeitungsrunden sind enthalten, und was passiert, wenn diese aufgebraucht sind? Was passiert, wenn sich Anforderungen mitten im Projekt ändern — wird das als Gespräch oder als Rechnung behandelt? Die Antworten verraten weit mehr über die tatsächliche Zusammenarbeit als jedes vergangene Projekt.
Frag, wem hinterher was gehört
Besitzt du am Ende den Code, die Domain und die Hosting-Konten vollständig selbst — oder liegt alles in der eigenen Infrastruktur der Agentur, wodurch du danach von ihr abhängig bleibst? Es gibt einen echten Unterschied zwischen „wir bauen es und übergeben es dir“ und „wir bauen es und behalten die Schlüssel“.
Frag nach der Preisstruktur
Festpreis oder Aufwand nach Zeit und Material, und was ist explizit vom Angebot ausgeschlossen? Wie werden Änderungswünsche abgerechnet, sobald das Projekt läuft? Eine vage Antwort hier ist einer der zuverlässigsten Vorboten einer späteren Budget-Uneinigkeit.
Achte auf Warnsignale
Keine Discovery-Phase vor einem festen Angebot ist ein Warnsignal — meist bedeutet es, dass die Zahl erfunden statt kalkuliert wurde. Ebenso die Zurückhaltung, Referenzen früherer Kunden zu teilen, Unklarheit darüber, ob die Arbeit tatsächlich intern oder als Subunternehmen erledigt wird, und Druck, zu unterschreiben, bevor du Zeit zum Vergleichen hattest.
Und noch eines, speziell zu Angeboten: eine Zahl ohne Stundensatz dahinter. Veröffentlichte deutsche Marktguides nennen im Schnitt rund 120 € die Stunde für Agenturarbeit, 110–150 € für Entwickler und 150–220 € für Senior-Consultants. Du musst den Satz nicht verhandeln — aber eine Agentur, die dir weder den Satz noch die geschätzten Tage hinter einer Zahl nennen will, verlangt Vertrauen in eine Rechnung, die du nicht sehen darfst.
Quellen
Die oben zitierten Marktsätze stammen aus diesen unabhängig publizierten Guides, geprüft im Juli 2026. Die Fragen und Warnsignale sind unsere.
- tricks GmbH — Was kostet eine Website von der Agentur? ↗
Durchschnittlicher Agentursatz 120 €/h, Entwickler 110–150 €/h im DACH-Raum; Landing Pages 1.500–7.000 € und kleine Unternehmenswebsites 3.500–12.000 €.
- ExpertLocal — Was kostet eine Digital-Agentur 2026? ↗
Senior-Consultants 150–220 €/h; Corporate Websites 12.000–35.000 €; einfache SEO-Retainer 800–1.800 €/Monat.
- Gartner — The B2B Buying Journey ↗
B2B-Käufer verbringen rund 17 % des Kaufprozesses in Gesprächen mit möglichen Anbietern und nur 5–6 % mit einem einzelnen, wenn sie mehrere vergleichen — deshalb gehört ein Auswahlgespräch den Prozessfragen und nicht der Präsentation.
— FAQ
Häufig gestellte Fragen
Prüfst du Agenturen für ein anstehendes Projekt?
Stell uns dieselben Fragen — wir beantworten sie lieber ehrlich, als einen Auftrag zu gewinnen, für den wir nicht die Richtigen sind.